Bayernletter November 2017

Ausgabe 129

Altenhilfe | Aus der Praxis für die Praxis

Änderung der Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter (= GWG) ab 2018-Auswirkungen aus den Investitionsbetrag

Am 27.04.2017 hat der Bundestag das „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ beschlossen. Der Bundesrat hat diesem am 02. Juni 2017 zugestimmt. Hierin ist unter anderem die Änderung der Wertgrenzen für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (= GWG) enthalten. Im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes wurde weiterhin die Untergrenze von GWG-Sammelposten angehoben

1 . gültige Grenzen für Anschaffungen bis zum 31.12.2017

Untergrenze
in EUR
Obergrenze
in EUR
Wahlrecht pro
Wirtschaftsjahr
Gesetzliche
Regelung gem.
150,00 410,00 GWG-Vollabschreibung im
Jahr des Zugangs
§ 6 Abs. 2 EStG
150,00 1.000,00 GWG-Sammelposten (Abschreibung linear über die nächsten 5 Jahre) § 6 Abs. 2a EStG


2. gültige Grenzen für Anschaffungen ab dem 01.01.2018

Untergrenze
in EUR
Obergrenze
in EUR
Wahlrecht pro
Wirtschaftsjahr
Gesetzliche
Regelung gem.
150,00 800,00 GWG-Vollabschreibung im
Jahr des Zugangs
§ 6 Abs. 2 EStG – neue Fassung
250,00 1.000,00 GWG-Sammelposten (Abschreibung linear über die nächsten 5 Jahre) § 6 Abs. 2a EStG – neue Fassung


Die genannten Grenzen beziehen sich alle auf den Einzelpreis des jeweils einzeln nutzbaren Wirtschaftsgutes ohne gesetzliche Mehrwertsteuer (= Nettopreis).

Die neuen GWG-Grenzen sind für die Investitionspläne 2018 und somit auch für die Erstellung der Wirtschaftspläne ab 2018 zu beachten, müssen in der Finanzbuchhaltung in Verbindung mit der Anlagenbuchhaltung bekannt sein und beachtet werden und haben Auswirkungen auf anstehende Pflegesatzerhöhungen im Bereich der Investitionskostensätze.

Davon unberührt besteht weiterhin das Wahlrecht zur Aktivierung und Abschreibung gem. § 7 EStG.


3. Auswirkungen auf den Investitionsbetrag

Insbesondere bei geförderten Pflegeeinrichtung sind die neuen GWG-Regelungen nicht zu empfehlen.

Durch eine Sofortabschreibung werden die Anschaffungen im Antrag auf gesondert berechenbare Investitionsaufwendungen nicht bei der Eigenkapitalverzinsung, bei der 1 % Instandhaltungspauschale und bei der Abschreibung berücksichtigt.

Empfehlung:

Insbesondere bei geförderten Pflegeeinrichtungen sind die neuen GWG-Regelungen
nicht zu empfehlen, da dies negative Auswirkungen auf die gesondert berechenbare
Investitionsaufwendungen zur Folge hat.


Haben Sie Fragen?
Dann wenden Sie sich bitte an Herrn Hubert Braun
per E-Mail unter: hubert.braun(at)schwan-partner.de
oder rufen Sie ihn an unter: 089 665191-0

 

 

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