Bayernletter Oktober 2017

Ausgabe 128

Altenhilfe | Aus der Praxis für die Praxis

I. Kurzzeitpflege

Die Landespflegesatzkommission hat am 12.10.2017 neue Regelungen für die Kurzzeitpflege beschlossen.

1. Einrichtungen mit eingestreuten festen Kurzzeitpflegeplätzen

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen, die sich verpflichten eingestreut feste Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten, können weitere eingestreute flexible Kurzzeitpflegeplätze mit den gleichen Konditionen abrechnen („fix plus x"). „Fix" bedeutet, dass eine feste Anzahl an Plätzen definiert wird, die ausschließlich für die Belegung von Kurzzeitpflegegästen verwendet werden darf. Diese Plätze können nicht für Dauerpflegegäste verwendet werden. „Plus x" heißt, dass über diese Plätze hinaus zusätzlich weitere Kurzzeitpflegegäste flexibel auf Dauerpflegeplätzen aufgenommen werden können und hierfür die gleichen Konditionen (Personal und Abrechnung) gelten.

Regelungen

  • Es wird mit einer Auslastung von 86,3% (315 Tage) gerechnet.
  • Der Personalschlüssel für die sonstigen Dienste verbessert sich von 1:26,40 auf 1:16,50 (Basis 38,5 Std. Woche)
  • Die Umsetzung kann bei Auslaufen der derzeitigen Vergütungsvereinbarung erfolgen.
  • Bei längeren Laufzeiten für das Jahr 2018 kann ab 01.05.2018 eine Ergänzungsvereinbarung ausgestellt werden.
  • Der Investitionsbetrag wird ebenfalls mit 315 Tagen von den Bezirken berechnet.
  • Mindestplatzzahl*
    Einrichtungen bis 99 Pflegeplätze: 2 Plätze
    Einrichtungen ab 100 Pflegeplätze: 3 Plätze
    Einrichtungen ab 200 Pflegeplätze: 4 Plätze

*Diese Plätze können sich in fest definierten Bereichen und Zimmern oder aber eingestreut wie bisher in der Einrichtung befinden.

Die Mindestplatzzahl bezieht sich auf die Gesamteinrichtung und muss für mindestens 12 Monate vorgehalten werden.

Nicht verändert werden der Ausbildungszuschlag und der Zuschlag 43b (355 BT).
Die Preise werden um ca. 16,00 - 20,00 EUR pro Tag ansteigen.

Beispiel
Platzzahl 110 (90 Plätze allg. Pflege u. 20 beschützende Pflege)

  • Man könnte sich für 3 Plätze verpflichten.
  • Diese 3 Plätze müssen dann für mindestens 12 Monate (=Laufzeit der Vergütungsvereinbarung) für Kurzzeitpflege bereit stehen.
  • Dennoch können weitere eingestreute Kurzzeitpflegen in anderen Bereichen mit den gleichen Konditionen abgerechnet werden.


2. Solitäre Kurzzeitpflege

Für solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtungen gilt ab sofort grundsätzlich ein Pflegepersonalschlüssel von 1:2,1. In der Einzelverhandlung kann auch ein besserer Schlüssel vereinbart werden. Die Berechnungstage in solitären Kurzzeitpflegeeinrichtungen sind verhandelbar. In der Einzelverhandlung ist hierbei eine niedrigere Anzahl an Berechnungstagen als für Einrichtungen mit dem Modell „fix plus x" beschlossene Zahl an Berechnungstagen zu vereinbaren.


3. Einrichtungen mit ausschließlich eingestreuter flexibler Kurzzeitpflege

Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen, die keine festen eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze Vorhalten, gibt es keine Veränderung. Das heißt, es gelten die gleichen Konditionen wie in der vollstationären Dauerpflege mit dem in der 69. Sitzung der Landespflegesatzkommission am 24.01.2017 beschlossenen Einheitspersonalschlüssel von 1:2,4.

Empfehlung:
In vielen Regionen herrscht ein akuter Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen. Deshalb wird dringend empfohlen, diese Neuregelung zu prüfen und evtl. zusätzliche Plätze für Kurzzeitpflege zu Verfügung zu stellen.

 

II. Neuer Bayernweiter Personalschlüssel ab 01.03.2018 und Evaluation zum Stichtag 30.11.2017

Gemäß des Beschlusses der LPSK sind zum Stichtag 30.11.2017 erneut die Pflegegrade aller Pflegeheimbewohner landesweit seitens der Pflegeeinrichtungen zu erheben und bis spätestens 04.12.2017 ihrem Verband, der ARGE und dem zuständigen Bezirk zu übersenden. Daraus ist erneut die bayernweit durchschnittliche Verteilung der Bewohner in Pflegegraden zu ermitteln.

Auf Basis der evaluierten bayernweit durchschnittlichen Verteilung der Bewohner in den Pflegegraden, sollen daraufhin neue bayernweit geltende Personalschlüssel mit Wirkung zum 01.03.2018 vereinbart werden. Die neuen bayerweiten Personalschlüssel werden in der nächsten Sitzung der Landespflegesatzkommission am 10.01.2018 beschlossen.

Es ist damit zu rechnen, dass sich bei der Pflegegradverteilung die Pflegegrade 4 und 5 reduzieren und sich die Anteile der Pflegegrade 2 und 3 erhöhen werden.

Abfrage 30.11.2017

  • Die Abfrage wird von den jeweiligen Spitzenverbänden erhoben.
  • Die Stichtagsbelegung zum 30.11.2017 muss spätestens am 04.12.2017 an den jeweiligen Spitzenverband gesendet werden.
  • Ein Muster der Abfrage liegt als Anlage 1 bei.

Träger ohne Verbandszugehörigkeit

Träger ohne Verbandszugehörigkeit sollten die Erhebungsdaten an den jeweiligen Pflegekassenverhandler schicken. Hilfsweise können die Belegungsdaten auch an Schwan & Partner geschickt werden. Wir werden diese Daten dann an die
Arge Pflegekassen weiterleiten.

Hierzu schicken Sie diese an: hubert.braun(at)schwan-partner.de


Empfehlung:

Es wird empfohlen, bereits zum 31.10.2017 eine Testerhebung der Bewohnerstruktur mit der Anlage 1 zu erstellen, damit alle erforderlichen Daten am 30.11..2017 schnell erfasst werden können.

Es wird allen Trägern dringend empfohlen an dieser Erhebung teilzunehmen.

 

Haben Sie Fragen?
Dann wenden Sie sich bitte an Herrn Hubert Braun
per E-Mail unter: hubert.braun(at)schwan-partner.de
oder rufen Sie an unter: 089 665191-0

 

Sie können diesen Bayernletter inkl. Anlagen auch als pdf-Datei herunterladen.

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