BAYERNLETTER November 2025 Ausgabe 222
Altenhilfe | Aus der Praxis für die Praxis
I. Vergütungssatz nach § 132g SGB V ab 01.01.2026
Mit Wirkung zum 01.01.2026 wird die Vergütung für Leistungen der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase nach § 132g SGB V auf Landesebene angepasst. Die Sätze steigen um 0,57 € pro Monat:

Die neuen Vergütungssätze sind für 12 Monate abgeschlossen und laufen damit bis 31.12.2026.
Haben Sie Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Herrn Hubert Braun per E‑Mail unter
hubert.braun@schwan-partner.de oder rufen Sie an unter 089 665191–0
II. Reminder Webinar-Praxiseinblick: Effizient und sicher durch den digitalen Rechnungsworkflow
Erleben Sie in unserem kostenlosen 45-minütigen Online-Praxiseinblick, wie digitale Rechnungsworkflows Ihre Prozesse effizienter und sicherer machen. Gemeinsam mit unserem Partner cisbox zeigen wir Ihnen, wie Sie Freigabe- und Rechnungsprozesse einfacher, schneller und transparenter gestalten.
Termin: Dienstag, 2. Dezember 2025
Uhrzeit: 10:00 — 10:45 Uhr
Format: Live-Demo mit unserem Digitalisierungspartner cisbox
Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem letzten Bayernletter oder direkt hier.
III. Zentrale Kennzahlen für ein wirksames Controlling in der Pflegebranche
Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen ist es auch für tarifgebundene Träger grundsätzlich möglich, wirtschaftlich stabil zu arbeiten und Überschüsse für notwendige Investitionen zu erwirtschaften. Entscheidend dafür ist ein konsequent geführtes, monatliches Controlling, das auf allen Führungsebenen — Geschäftsführung, Hausleitungen, Pflegedienstleitungen, Hauswirtschaftsleitungen — konsequent beachtet wird. Abweichungen müssen frühzeitig erkannt und sofort mit geeigneten Gegensteuerungsmaßnahmen beantwortet werden.
Aussagekräftige und klar definierte Kennzahlen unterstützen die Leitungskräfte dabei, die Versorgungsqualität zu sichern, wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten und fundierte Entscheidungen zu treffen. Der folgende Beitrag zeigt, welche Kennzahlen dabei besonders relevant sind — und wie sie Transparenz und Steuerungssicherheit erhöhen.
Personalbezogene Kennzahlen
Personalbezogene Kennzahlen zählen zu den wichtigsten Steuerungsinstrumenten im Controlling von Pflegeeinrichtungen. Da der Personalaufwand den größten Kostenblock darstellt und zugleich maßgeblich die Pflegequalität bestimmt, sind sie sowohl für die operative Planung als auch für die strategische Weiterentwicklung unverzichtbar.
- Soll-Stellen: Im Rahmen der jährlichen Pflegesatzverhandlungen werden auch die Personalschlüssel unter Berücksichtigung des Fachkraftanteils neu festgelegt. Auf dieser Grundlage lassen sich die Soll-Stellen präzise bestimmen.
- Ist-Stellen: Eine genaue Ermittlung der Ist-Stellen ist ebenso von entscheidender Bedeutung. Neben den vertraglich festgelegten Stellenanteilen spielen dabei Abwesenheiten wie Langzeitkrankheit, Mutterschutz oder Beschäftigungsverbot eine genauso wichtige Rolle wie die Auszahlung von Überstunden und Urlaubstagen. Azubis und Praktikanten sind entsprechend den mit Kostenträgern vereinbarten Stellenanteilen einzuberechnen. Auch Zeitarbeit sowie bezogene Leistungen müssen über die Nettoarbeitszeitmethode in Stellenanteile umgerechnet und berücksichtigt werden.
- Unterdeckung und Überdeckung: Ein Abgleich der Soll- mit den Ist-Stellen zeigt, ob eine Einrichtung personell unter- oder überbesetzt ist. Beide Situationen haben erheblichen Einfluss auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wie Fachkraftquote oder Mindestpersonalanforderungen. Überbesetzungen werden nicht refinanziert, während Unterbesetzungen Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber den Kostenträgern nach sich ziehen können. Ein engmaschiges Controlling ist daher unerlässlich.
Weitere personalbezogene Kennzahlen wie Krankheitsquote, Überstundenentwicklung (siehe Abb. 1 „Dashboard“) sowie Fluktuationsquote oder Resturlaubsstände dienen als Frühwarnsysteme und machen strukturelle Entwicklungen frühzeitig sichtbar. Sie haben zudem unmittelbare Auswirkungen auf das Betriebsergebnis: Steigende Krankenstände, wachsende Überstunden oder hohe Resturlaubsbestände führen häufig zu höheren Personalkosten, zusätzlichem Zeitarbeitsbedarf und einer deutlichen Belastung der Wirtschaftlichkeit.

Abbildung 1: Dashboard
Belegungsbezogene Kennzahlen
Zu den zentralen Steuerungsgrößen zählt auch der Auslastungsquote (siehe Abb. 1 „Dashboard“), der zeigt, wie gut die vorhandenen Kapazitäten genutzt werden. Eine sinkende Auslastung reduziert unmittelbar die Einnahmen, während die Fixkosten unverändert bestehen.
Die Pflegegradverteilung (siehe Abb. 2 Pflegegradmix) ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Sie bildet die Basis für den Personaleinsatz und gibt Aufschluss darüber, ob regelmäßige Höherstufungen vorgenommen werden. Beide Kennzahlen ermöglichen zudem eine Erlösverprobung, die wiederum als Kontrollmechanismus zur Sicherstellung einer korrekten Heimkostenabrechnung dient.

Abbildung 2: Pflegegradmix
Finanzkennzahlen
Erst wenn diese wirtschaftliche Basis gewährleistet ist, können verlässliche Investitions- und Planungsentscheidungen getroffen werden. Hier spielen insbesondere Liquiditätskennzahlen wie Cashflow eine bedeutende Rolle. Sie geben Auskunft darüber, inwieweit eine Einrichtung in der Lage ist, ihre kurzfristigen und mittelfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Gleichzeitig zeigt er, ob genügend Mittel für Investitionen und Modernisierungen zur Verfügung stehen.
Für einen einfachen und transparenten Überblick über alle relevanten Kennzahlen empfiehlt sich der Einsatz eines Business-Intelligence-(BI-)Systems.
Wenn Sie Ihr Controlling gezielt stärken oder professionelle Unterstützung bei der Auswertung Ihrer Kennzahlen wünschen, stehen wir Ihnen jederzeit gerne als kompetenter Partner zur Seite.
Haben Sie Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Frau Khrystyna Baran per E‑Mail unter
khrystyna.baran@schwan-partner.de oder rufen Sie an unter 089 665191–0
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