Vorträge

Strategien für einen Pflegemarkt im Umbruch
3. CareInvest Business-Briefing am 7. und 8. Dezember 2009 in Berlin

Unter dem Motto „FitnessCheck für Pflegeimmobilien" diskutierten Wirtschaftsforscher, Berater und Betreiber über Möglichkeiten und Chancen in einem sich wandelnden Markt.

Ein neues Gutachten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sorgte gleich zu Beginn der Konferenz für eine Steilvorlage: Das Gutachten sieht in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft einen entscheidenden Wachstumsfaktor. Der Anteil der Branche am Bruttoinlandsprodukt wird demnach von 10 auf 13 Prozent im Jahr 2020 steigen, die Zahl der Beschäftigten steigt von fünf auf sieben Millionen an.

Dr. Dominik H. Ernste vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln sagte in seinem Vortrag gar einen Paradigmenwechsel voraus: Die Pflegewirtschaft wird sich seiner Prognose nach vom Kostenfaktor zum Jobmotor wandeln.

Schöne Aussichten, aber noch sieht die Realität anders aus
Viele Häuser haben nach wie vor wirtschaftliche Probleme und stecken in den roten Zahlen. 
Hartmut Joithe und Hubert Braun von Schwan & Partner stellten auf der Konferenz ihr Konzept eines „Kosten- und Leitungschecks für Sozialunternehmen" vor. Der Kosten- und Leistungscheck erfasst systematisch Schwachpunkte und Stärken und entwickelt daraus die notwendigen Schritte, die in die wirtschaftliche Konsolidierung führen.
Und es funktioniert: In einem 100-Betten-Haus konnten 200.000 Euro eingespart werden – allein durch die Reorganisation der Dienst- und Schichtzeiten.

Ein weiterer Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg sind erfolgreiche Pflegesatz-Verhandlungen mit den Kostenträgern. Schwan & Partner unterstützt seine Kunden aktiv bei der Gestaltung neuer Versorgungskonzepte und bei der Durchsetzung von verbesserten Versorgungsverträgen. Wer im Falle eines Falles auch ein Schiedsstellen-Verfahren nicht scheut, kann seine Pflegesätze so weit optimieren, dass sich das Unternehmen weiterentwickeln kann.

Frische Ideen für die Zukunft
Die Teilnehmer der Konferenz stellten eine Reihe von spannenden und kreativen Ansätze vor, mit denen Herausforderung des sich wandelnden Marktes begegnen wollen. 
Alexander Künzel von der Bremer Heimstiftung setzt beispielsweise auf den Aufbau sozialer Netzwerke in Quartieren statt auf die Investition in klassische Heime. Michael Reichenbach von der Firma Reichenbach ProjektServices GmbH stellte Konzepte zum zielgruppenorientierten Bauen vor. Prof. Hermann Schoenauer von der Diakonie Neuendettelsau erläuterte, wie die strikten ethischen Grundsätze der Diakonie als Wettbewerbsvorteil genutzt werden können. Die Diakonie plant beispielsweise die Gründung eines eigenen Forschungsinstituts in Fürth. Für das erste Projekt „Kompetenzzentrum Demenz der Zukunft" bringt das Institut innovative Technologien aus Gebäudetechnik, Medizintechnik, Robotik und Kommunikationstechnik zusammen.

Fotos: mira-foto

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